Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

6.2 Vergleich mit einer Studie zur „Güte von Präsentationen“

König (2007) hat eine empirische Studie „Zur Güte von Präsentationen – normative vs. Ethnokriterien für angemessene Powerpoint-Präsentationen“ in Form eines Fragebogens und elf Interviews durchgeführt. Sie hat die Ergebnisse aus den Befragungen mit Texten aus dem medizinischen Bereich und erziehungs- und kommunikationswissenschaftlichen Studien verglichen. Bei medizinischen Texten liegt der Schwerpunkt auf der Effektivität der Präsentation, erziehungs- und kommunikationswissenschaftliche Studien konzentrieren sich stärker auf die Qualität von Präsentationen. König hat aus der Homogenität der empirischen Ergebnisse geschlossen, „dass es eine Reihe von Gütekriterien gibt, die sich durch die verschiedensten gesellschaftlichen und professionellen Bereichen ziehen und eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen“ (König 2007, S. 215). Die Güte von Präsentationen bezieht sich auf das Layout der Folien, den Aufbau und die Struktur der Präsentation, den Inhalt, die Performanz und technische Aspekte. Die empirischen Ergebnisse der vorliegenden Arbeit unterscheiden sich von Königs Studie nur geringfügig. Während sich in Königs Studie die Farbgebung als wichtiges Kriterium herausgestellt hat, wurde in den Interviews, die für die vorliegende Arbeit geführt wurden, das Gestalten über Farben lediglich von einer Person erwähnt. Das Thema Animationen hatte für die befragten Personen so gut wie keine Relevanz, wohingegen König schreibt: „Außerdem wurde vielfach auf zu viel verwendete Animationen eingegangen, vor allem als »wilde« und »aufdringliche“«Animationen, die in Form von »Spielereien« und »Firlefanz« vom Inhalt ablenken“ (König 2007, S. 216). Das Erstellen und/oder Verwenden von Masterfolien kommt in der Studie von König vor, dieses Thema wurde auch in den Interviews für die vorliegende Arbeit besprochen, sie fanden aber in „Presentation Zen“ keine Erwähnung und sind aus diesem Grund nicht in diese Arbeit aufgenommen worden. Nahezu deckungsgleich sind die Ergebnisse beim Thema Performanz. „So sehen es alle Interviewten als Gütekriterium der Performanz einer Präsentation, wenn der Vortragende frei spricht. Das frei Sprechen eröffne die Möglichkeit, besser und flexibler mit dem Publikum zu interagieren (…)“ (König 2007, S. 220). Technische Aspekte wurden in dieser Arbeit nicht behandelt, in der Studie von König wurde diesbezüglich vor allem die Wichtigkeit einer funktionierenden Technik betont. Technische Pannen können ein Beamer- oder Notebook-Ausfall, durch den Beamer verfälschte Farben, falsch angezeigte Symbole, zu helle oder zu dunkle Lichtverhältnisse etc. sein (König 2007, S. 221).
König zieht aus den Ergebnissen ihrer Studie den Schluss: Während der Schwerpunkt medizinischer bzw. erziehungs- und kommunikationswissen¬schaftlicher Studien auf der Effektivität bzw. Qualität von Präsentationen liegt, „findet die Beurteilung von Gütekriterien in der alltäglichen Praxis auf einer weitaus niedrigeren Ebene statt“ (König 2007, S. 221). Die praktischen Einschränkungen, wie Zeitdruck, fehlende technische Kenntnisse und das Bestreben alle vorhandenen Kenntnisse einfließen zu lassen, führen bei den Befragten zu dem Bedürfnis einer Reduktion von Elementen einer Präsentation, „den viele Interviewte mit dem Satz »weniger ist mehr« umschrieben haben“ (König 2007, S. 222).