Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

4.6 Handout

In der Diskussion um die Erstellung eines in ganzen Sätzen ausformulierten Dokumentes, das als Handout für das Publikum ausgedruckt oder digital zur Verfügung gestellt werden kann, hat sich in der Literatur ein eindeutiger Standpunkte herausgebildet. Mit Norman (2004) kann festgehalten werden, dass jemand, der eine computerunterstützte Präsentation hält, drei Dokumente erstellen sollte: (1) Persönliche Notizen mit den Hauptthemen und Kernpunkten, die nur die vortragende Person sehen kann. (2) Folien, welche die Hauptaussagen illustrativ darstellen und dabei helfen die Zuhörenden zu motivieren. (3) Handouts. In das Handout sollten alle zusätzlichen Informationen, wie Quellenangaben, Daten und Appendizes zum Vortrag, kommen (Norman 2004). Müller-Prove (2009) beklagt gegenwärtig die mangelhafte Nachbereitung von Präsentationen, die früher einmal darin bestand, dass die Kernthesen eines Vortrags, weiterführende Informationen und Referenzen in Papierform zur Verfügung gestellt wurden, um die Publikumsdiskussion anzuregen. Durch die Verwendung digitaler Präsentationsmedien ist die Nachbereitung auf den Ausdruck der Folien geschrumpft (Müller Prove 2009, S. 53). Ein Argument gegen diese durchaus gängige Praxis ist, dass bei Folien, die beispielsweise auf einer Konferenz-Website stehen, nicht mehr gewährleistet ist, „dass der Leser der Folien beim Vortrag anwesend war. Das Live-Ereignis wird also quasi übersprungen, und der Sinn muss aus den Folien rekonstruiert werden, ohne dass der Autor sie erklären könnte, oder für Nachfragen zur Verfügung stünde“ (Müller Prove 2009, S. 53). In diesem Fall wäre für ein Verständnis des Folieninhaltes eine textliche Ausarbeitung besonders wichtig, aber dieser Mehraufwand wird von Vortragenden zumeist vermieden (Müller Prove 2009, S. 54). Powerpoint-Präsentationen, die einen zweifachen Zweck erfüllen sollen, nämlich visuelle Unterstützung eines Vortrags und Handout in einem zu sein, weisen nach Yates/Orlikowski (2007) zumeist zuviel Inhalt auf, um eine hilfreiche visuelle Unterstützung für eine Präsentation zu sein und zu wenig Inhalt, um eine ausführliche Nachlese mit dazugehörenden Quellen und Anhängen darzustellen (Yates, Orlikowski 2007a, S. 236–237). Veen (2004) verwendet wie Attkinson (2008) für die Gestaltung eines Handouts die Notizen von Powerpoint. Er hat damit begonnen den Text des Vortrags in den Notizen aufzuschreiben und diese dann gemeinsam mit den Folien als Handout auszudrucken. Durch die Wiedergabe des Inhaltes als Text in der Notizenansicht des Programms, ist es möglich, bei der Foliengestaltung mehr oder weniger komplett auf Aufzählungspunkte zu verzichten, stattdessen kann ein sorgfältig ausgewähltes Bild oder eine Illustration gezeigt und darüber gesprochen werden (Veen 2004).