Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

4.4 Inhaltliche Konzeption

Die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem Thema scheint bei vielen Präsentationen zu kurz zu kommen. Das könnte darin begründet liegen, dass Schulungen vorwiegend auf Praxis orientiert sind, sowie Begleitliteratur zu Präsentationsprogrammen meist den formaltechnischen Bereich wie die Foliengestaltung und die Verwendung typographischer und visueller Elemente betonen, die inhaltliche Vorbereitung des eigentlichen Vortags aber häufig vernachlässigen. Die Dominanz des Erscheinungsbildes hat zur Folge, dass der Gestaltung der Folien besonders viel Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet wird und die Beschäftigung mit dem Inhalt, dem Aufbau und der Dramaturgie in den Hintergrund gedrängt wird (Bieber 2009, S. 131). Eine andere Ursache könnte darin liegen, dass zu den meisten Themen sehr viel Information zur Verfügung steht und dass diese Information ungefiltert auf Folien verteilt wird. Ein großes Problem bei Präsentationen in Klassen sei es, dass die Aussage fehlt oder der Grund, warum die Person präsentiert. Zu viele Menschen präsentieren einfach eine Unmenge an Informationen (Vik 2004, S. 225–226). Ein Lösungsvorschlag für dieses Problem wäre, dass Präsentierende vor der Erstellung der Folien folgende Fragen beantworten sollten, „Was will ich sagen? Wie kann ich meine Thesen strukturieren? Welche Illustrationen bieten sich an? Wer ist meine Zielgruppe? Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung“ (Müller Prove 2009, S. 50)? In der Konzeptionsphase sollte das Präsentationsprogramm selbst noch nicht verwendet werden, sondern Mindmapping-Programme, oder auch Offline-Medien, die Freiheiten bieten, wie z.B. Karteikarten, Stifte und Papier (Müller Prove 2009, S. 51). Ein weiterer Schritt, um die Informationsflut einzudämmen, wäre, vor der eigentlichen Präsentationserstellung ein Storyboard zu erstellen, in welchem die Hauptaussagen herausgearbeitet und analysiert werden und danach mit einzelnen Argumenten ausgeführt werden (Vik 2004, S. 226).