Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

4.3 Typologie der Visualisierungsarten

Die Gestaltung von Folien leitet sich zum einen Teil aus bestimmten Verfestigungen und Konventionen ab, die sich aus den Vorgaben des Programms ergeben, zum anderen Teil greifen AnwenderInnen auf ihr Alltagswissen über visuelle Regeln zurück und legen ihre Vorstellungen davon zugrunde, was ein Vortrag vermitteln soll. Um die Arten der Gestaltung und Typen von Folien abzuleiten, hat Pötzsch auf der Grundlage eines tatsächlichen Samples die ikonographische Typologie von Powerpoint-Folien bestimmt. Das von ihm gewählte Sample besteht aus 58 Präsentationen mit insgesamt 653 Einzelfolien. Er konzentriert sich in seiner Klassifikation auf jene Folien, welche die eigentlichen Inhalte des Vortrags transportieren, Titel- und Abschlussfolien oder Folien, die den Ablauf vorstellen werden nicht berücksichtigt (Pötzsch 2007, S. 91). Die Typologie der Formen von PowerPoint-Folien gliedert sich „entlang einer Achse, die von einer (vollkommenen) Oralisierung bis zur (völligen) Visualisierung reicht, in drei elementare Grundtypen (…): (1) Textfolien (insgesamt 231), (2) Kombinationen aus Text und Bild (insgesamt 100) sowie (3) Bildfolien (insgesamt 250)“ (Pötzsch 2007, S. 91).

Textfolien Text- Bild Kombinationen Bildfolien
Listen & Bulletlists Ornamentale Text-Bild
Kombinationen
Reine Bilder oder Filme
Reiner Text Illustrative Text-Bild Kombinationen Diagrammatische Elemente (Tabellen, Diagramme, Organigramme etc.)
Graphisch gestalteter Text Emblematische Illustrationen Abbildende Illustrationen Bild (/Film)-Text Kombinationen
  Metaphorische Bilder Funktionale Bilder Illustrative Bilder
  Collagen aus div. Bildelementen"
  Denotierende & Assoziative Collagen

Tabelle 1: Typologie von inhaltlichen PowerPoint Folien (Quelle: Pötzsch 2007)

Die Aufgabe der Folien-Bilder ist es, eine zusätzliche Möglichkeit des Verstehens anzubieten, indem das Gesprochene auch gezeigt werden kann. Dies ist für Pötzsch entscheidend für die Analyse der Folienbilder, weil sie nicht selbst Träger einer bestimmten Information sind, sondern ein Vehikel, das etwas transportiert, dessen Sinn oder Bedeutung erst über die sprachliche Kontextualisierung erschlossen werden kann (Pötzsch 2007, S. 96–97). Die Augenscheinlichkeit ist „das Ergebnis des performativen Settings aus Bild, Sprechtext, Gesten und situativer und ökologischer Rahmung“ (Pötzsch 2007, S. 101).