Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

3.2 Cognitive Load Theory

In der Cognitive Load Theory werden Prinzipien des Lernens und der Wissensweitergabe behandelt. Sweller, einer der Begründer und wichtigsten Vertreter der Cognitive Load Theory geht von zwei Prämissen aus: erstens dass die Ressourcen des menschlichen Arbeitsgedächtnisses zur Verarbeitung von Informationen begrenzt sind (Clark et al. 2006, S. 29) und zweitens, dass das Arbeitsgedächtnis ein visuelles und ein auditives Zentrum hat und deshalb separate Kapazitäten für die Verarbeitung von bildhafter und von verbaler Information (Clark et al. 2006, S. 33). Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Leistung des Arbeitsgedächtnisses maximiert werden, indem ihm sowohl bildhafte als auch verbale Informationen zur Verarbeitung bereitgestellt werden. Es kann also zu besseren Lernergebnissen führen, wenn Abbildungen mittels gesprochenem Text erklärt werden statt mittels geschriebenem (Clark et al. 2006, S. 19). Die kognitive Effizienz, die dadurch erreicht wird, dass Abbildungen durch gesprochenen Text erklärt werden, bezeichnet man in der Cognitive Load Theory als ‚modality effect‘. Effizienz wird durch zwei Variablen, nämlich ‚learner performance‘ und ‚learner effort‘ festgelegt (Clark et al. 2006, S. 19). Eine Kombination aus Abbildungen und gesprochenem Text kann die kognitive Belastung verringern, weil sowohl das visuelle als auch das auditive Zentrum im Arbeitsgedächtnis angesprochen werden und zur Informationsverarbeitung beitragen können (Clark et al. 2006, S. 61–62). Eine gleichzeitige Darbietung von gesprochenem und geschriebenem Text sollte vermieden werden, weil identischer geschriebener und gesprochener Text redundant sind und redundante Formen der Inhaltsvermittlung das Lernen beeinträchtigen können (Clark et al. 2006, S. 121).