Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

3.1 Dual Coding Theory

Verbale und visuelle Informationen werden in unterschiedlichen Hirnarealen und auf unterschiedliche Art und Weise verarbeitet. Paivio hat in seiner Theorie der dualen Kodierung festgestellt, dass das menschliche Gedächtnis verschiedene Repräsentationen für verbale und visuelle Informationen hat. Menschen erbringen bessere Gedächtnis¬leistungen, wenn Informationen sowohl visuell als auch verbal enkodiert werden (Anderson, Funke 2007, S. 130). Die Gedächtnisleistung nimmt von abstrakten Wörtern (Gerechtigkeit, Wahrheit) zu konkreten Wörtern (Sessel, Hummer) hin zu und ist bei realen Objekten (oder deren Abbildern) am besten. Konkretheit und Bildhaftigkeit haben einen positiven Einfluss auf das Gedächtnis. Eine Erklärung dafür ist, dass verbale und nonverbale Codes zwar funktional unabhängig sind, aber einen additiven Effekt auf die Erinnerung haben (Paivio 2006). Abstrakte Wörter werden im Gedächtnis nur verbal kodiert, wohingegen konkrete Wörter auch im Bilderkode verfügbar sind, so wie konkrete Objekte zusätzlich auch sprachlich repräsentiert werden. Daraus folgt, dass konkrete Wörter und Bilder doppelt kodiert werden und deshalb auch besser behalten und erinnert werden können (Kroeber-Riel 1996, S. 73–74). Bei Bildern wird automatisch auch die Bezeichnung aktiviert, während Wörter in einem viel geringerem Ausmaß zugleich bildhafte Vorstellungen auslösen. Daraus wurde von Paivio der Effekt der Überlegenheit von Bildern (Picture Superiority Effect) abgeleitet (Weidenmann 2002, S. 50).